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100 Jahre - 100 Bilder
Deutsche Malerei im 20. Jahrhundert
5. Juli bis 4. Oktober 2009
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Erich
Heckel, "Elgernder Mann", 1910 |
Anton
Räderscheidt "Fantomes" 1939
65 cm x 82 cm Gouache/Tempera
WV Nr.: 1939-013
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"Die kommende Kunst wird die Formwerdung unserer wissenschaftlichen
Überzeugung sein, sie ist unsere Religion, unser Schwerpunkt, unsere
Wahrheit.
Sie ist tief und schwer genug, um die größte Formwerdung zu bringen, die
die Welt erlebt hat."
Franz Marc (1880-1916)
Kein Jahrhundert war vergleichbar von historischen Umbrüchen und
schnellen Wandlungen durchsetzt wie das zwanzigste. Innerhalb kurzer
Zeit veränderte sich das Gesicht der Welt stärker als in dem ganzen
Jahrtausend zuvor. Ein Ausdruck dieses unausgesetzten und tiefgreifenden
Wandels wurde die bildende Kunst, vor allem das Medium der Malerei, die
als Moderne den historischen Prozess begleitete, reflektierte oder
durchbrach. So sehr das einzelne Werk an die Persönlichkeit seines
Urhebers gebunden bleibt, gewinnt es doch die Qualität, die Anschauung
einer Epoche und deren Selbstempfinden zu spiegeln.
Die Ausstellung des Landesmuseums Oldenburg
versucht, den steten Wandel der deutschen Malerei des 20. Jahrhunderts
in eine lineare Folge von einhundert Bildern zu stellen, um die
Schnelllebigkeit der Tendenzen und Anton
Räderscheidt
Stile nachvollziehbar und die Qualitäten der
Veränderung begreifbar zu machen. Jedes Jahr wird mit einem Gemälde
belegt, das in diesem Jahr entstanden
einem Werk.
Vom Impressionismus geht der Weg der Moderne innerhalb weniger Jahre zum
Expressionismus, von dort zur Neuen Sachlichkeit und den Beginn der
Abstraktion in den zwanziger Jahren. Der weitere Verlauf des
Jahrhunderts wird nach dem Zweiten Weltkrieg von vielfältigen Formen der
Abstraktion begleitet, die immer auch Renaissancen vergangener
Kunstformen, des Realismus oder des Expressionismus, wachriefen.
Das Bild der Kunst ist wie das des gesamten Jahrhunderts kein
einheitlicher Fluss, nicht einmal in all den weit auseinander liegenden
Richtungen oder zeitgleichen Strömungen und Gegenströmungen abzubilden.
Was die Ausstellung in der Vielfalt der Künstlernamen und stilistischen
Breite der ausgewählten Werke deutlich werden lässt, ist eine mit dem
Jahrhundert gewachsene neue Selbstauffassung der bildenden Kunst, die
ihre Aufgabe immer weniger in einem Dialog mit der vorhandenen Welt,
sondern verstärkt in individuellen Projektionen und Weltentwürfen sieht.
Diese verändern sich in jeder Dekade, mit jeder Generation, mit jedem
neuen künstlerischen Werk. So wird die Malerei nicht nur ein Spiegel des
bewegten Jahrhunderts, sondern erscheint auch als das Gedächtnis seiner
Ideologien, Sehnsüchte und Irrtümer.
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