|
KURT SCHWITTERS
FÜR ANTON RÄDERSCHEID UND MARTHA HEGEMANN. 1927 Papiercollage 15,9 x 12,9 cm, vom Künstler auf leichten Karton 29,6 x 24,1 cm montiert, unter Glas gerahmt. Links unter der Darstellung auf der Unterlage mit Bleistift signiert und datiert Kurt Schwitters 1927sowie mit der persönlichen Widmung für Anton Räderscheidt [sie] und Martha Hegemann versehen. Orchard/Schulz 1515 mit Farbabb. S. 282 Provenienz: Martha Hegemann und Anton Räderscheidt, Köln; Sydney Janis Gallery, New York (1959; auf der Rahmungsrückseite mit Etikett); Charlotte und Walter Bareiss, Zürich (bis 1994; rückseitig Etikett mit Inv.-Nr. SL.69.17.40); Galerie Fred Jahn, München (bis 1996; rückseitig mit Etikett); Süddeutscher Privatbesitz Ausstellung: New York 1959 (Sydney Janis Gallery), 75 Collages by Kurt Schwitters, Kat. Nr. 31 mit Abb.; München 1965 (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Staatsgalerie München), Sammlung Walter Bareiss, Kat. S. 35; Kassel 1967 (Staatliche Kunstsammlungen Kassel), Sammlung Walter Bareiss, Handzeichnungen, Aquarelle und Collagen, Kat. mit Abb. S. 25.
Schwitters begründet seine
Vorliebe für Altstoffe damit, dass es auf das Material
nicht ankomme. Das ist nicht nur paradox, sondern überrascht auch
angesichts seiner wahren Material-Besessenheit. Andererseits leuchtet es ein,
wenn man bedenkt, dass es ihm schließlich immer nur auf die Herrschaft der
Form ankam. ‚Das Material’, schreibt er, ‚ist so unwesentlich wie ich selbst.
Wesentlich ist das Formen. Weil das Material unwesentlich ist, nehme ich
jedes beliebige Material, wenn das Bild es verlangt. Indem ich
verschiedenartige Materialien gegeneinander abstimme, habe ich gegenüber
der Anton Räderscheidt und seine Frau, die Malerin Martha Hegemann, waren Kurt Schwitters aus den Dada Zusammenhängen bekannt; Räderscheidt wurde um 1925 schlagartig als progressiver Künstler, den das Unausgesprochene hinter den Dingen mehr interessierte als ihre „neusachliche“ Darstellung, bekannt; die Widmung dieser Collage ist Ausdruck der Wertschätzung, die der oberste Dada-Künstler ihm und seiner Frau entgegen brachte
© Pascal Räderscheidt Köln 1997
|