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August Sander
Dr. Fritz und Mathilde Husten 1928
Vintage (vermutlich unikater Abzug)
Gelatinesilberabzug mit schwarzem Tuscherand
18,7 x 23,7 cm
Prägestempel in der linken unteren Bildecke
Verso: Stempel des Photographen
Auf Originalrückkarton. Darauf mit Bleistift signiert und datiert.
Provenienz: Nachlass Dr. Fritz Husten
Kein Negativ im Nachlass des Photographen erhalten.
Literatur: Sammlung Gruber. Photographie des 20. Jahrhunderts. Hrsg.:
Museum Ludwig. Köln: Locher, o.J. Vgl. Abb. S. 366 (Variante) ML/F
1977/714
Das unikate Doppelportrait zeigt das Ehepaar Dr. Fritz und Mathilde
Husten und ist im Jahr 1928 im Kölner Atelier des Photographen
entstanden.
Fritz Husten wurde am 16. Oktober 1899 in Duisburg geboren. Nach dem
Studium der Rechtswissenschaften und einer kaufmännischen Ausbildung
wurde er 1926 Leiter der Bildstelle eines namhaften Kölner Verlages.
Durch seine berufliche Tätigkeit stand er in enger Verbindung zu
bekannten Photographen seiner Zeit, darunter Hannes Maria Flach, Ulrich
Hösel und August Sander. Im selben Jahr heiraten Mathilde, geborene
Causemann, und Fritz Husten in Ahrweiler nahe Köln. Bis 1933 lebt das
Ehepaar in Köln und ist Teil der zeitgenössischen rheinischen
Kunstszene. Nachdem Husten 1933 leitender Angestellter im
Ullstein-Verlag wurde, zogen Mathilde und Fritz Husten nach Berlin. In
Berlin kam 1934 auch die gemeinsame Tochter Christa Husten zur Welt, die
im Alter von zwei Jahren in Berlin verstarb. Fritz Husten kam 1946 in
Buchenwald um. Seine Frau Mathilde lebte nach dem Ende des Zweiten
Weltkrieges in Ahrweiler und war als Schriftstellerin tätig.
Paare zählten zu den beliebtesten Bildthemen der zeitgenössischen
Avantgarde. Auch August Sander hat viele der mit ihm befreundeten Paare
aus der Kunst- und Kulturszene portraitiert. Deutlich wird Sanders
Interesse an der Physiognomie der Portraitierten, die sich auf das
angedeutete Profil von Mathilde Husten und die Frontalansicht von Dr.
Fritz Husten fokussiert. In seiner Bildsprache steht diese unikate
Portraitstudie in der Tradition der Künstlerpaare Martha und Otto Dix,
Tata und Heinrich Hoerle oder Marta Hegemann und Anton Räderscheidt.
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